Glossar: die Fachbegriffe, ohne die es nicht geht

Buchhaltung spricht in Abkürzungen. Hier steht jeder Begriff, der im Programm und auf dieser Website vorkommt — mit einer Erklärung in einfacher Sprache, seiner Funktion im Programm und einem Link zu der Seite, auf der er angewendet wird. 41 Begriffe in 8 Bereichen.

AfA — Absetzung für Abnutzung

Jährlicher Wertverlust, den das Finanzamt bei Wirtschaftsgütern anerkennt. Die AfA verteilt die Anschaffungskosten auf die Nutzungsdauer.

Funktion im Programm: Rechnet die Abschreibung je Anlagegut, Monat und Jahr und führt sie in die EÜR und die Anlagenübersicht.

AVV — Auftragsverarbeitungsvertrag

Vertrag zwischen Verantwortlichem und Dienstleister, wenn dieser personenbezogene Daten im Auftrag verarbeitet.

Funktion im Programm: Hält Muster und Pflichtangaben bereit und dokumentiert, welche Verarbeitung an wen ausgelagert ist.

Belegarchiv

Geordnete, unveränderbare Ablage aller Belege mit Aufbewahrungsfristen.

Funktion im Programm: Verknüpft jeden Beleg mit der Buchung, vergibt Nummern und überwacht, wie lange ein Beleg aufzubewahren ist.

Deckungsbeitrag

Der Betrag, den eine verkaufte Einheit nach Abzug der variablen Kosten zur Deckung der Fixkosten beiträgt. Die Marge allein sagt nicht, ob der Betrieb sich trägt.

Funktion im Programm: Rechnet aus Material, Lohnanteil, Maschinenminuten und Fahrtanteil den Deckungsbeitrag je Einheit, daraus die Break-even-Menge und den verbleibenden Unternehmerlohn.

Bilanz

Gegenüberstellung von Vermögen (Aktiva) und Schulden plus Eigenkapital (Passiva) zu einem Stichtag.

Funktion im Programm: Führt Anlage- und Umlaufvermögen, Verbindlichkeiten und Eigenkapital zusammen und zeigt die Salden je Konto.

Charge

Zusammenfassung von Waren aus einem Herstellungsgang, oft mit Haltbarkeitsdatum.

Funktion im Programm: Führt Bestände je Charge, warnt vor Ablauf und ordnet Verkäufe der richtigen Charge zu.

DATEV und EXTF

DATEV ist die verbreitete Steuersoftware der Kanzleien; EXTF ist das Austauschformat für Buchungsdaten.

Funktion im Programm: Exportiert Buchungen und Stammdaten im EXTF-Format, damit die Kanzlei sie direkt übernehmen kann.

Dauerfristverlängerung

Verlängerung der Abgabefrist um einen Monat, an eine Sondervorauszahlung gebunden.

Funktion im Programm: Rechnet die Sondervorauszahlung und verschiebt die Fristen im Kalender entsprechend.

Degressive AfA

AfA-Methode mit fallenden Beträgen: im ersten Jahr der höchste Satz, danach immer vom Restwert. Der Satz ist gesetzlich begrenzt.

Funktion im Programm: Rechnet den degressiven Satz je Jahr auf den Restwert, mit Wechsel in die lineare Abschreibung, sobald das günstiger ist.

DEÜV und Beitragsnachweis

DEÜV ist das Meldeverfahren zur Sozialversicherung; der Beitragsnachweis meldet die Beiträge an die Krankenkasse.

Funktion im Programm: Erzeugt die Meldungen aus den Lohnabrechnungen und prüft Beitragsschlüssel und Zeiträume.

DSFinV-K

Schnittstellenbeschreibung für die Kassendaten, damit Betriebsprüfer Kassenbewegungen einheitlich auslesen können.

Funktion im Programm: Bereitet Kassenbewegungen im geforderten Aufbau auf und dokumentiert den Stand der vollständigen Ausgabe.

DSGVO

Datenschutz-Grundverordnung: Regeln, welche personenbezogenen Daten verarbeitet werden dürfen und wie.

Funktion im Programm: Weist Zweck, Rechtsgrundlage und Löschfristen je Datenfeld aus und protokolliert Zugriffe.

E-Bilanz

Bilanz in einem vorgegebenen elektronischen Format, das die Finanzverwaltung direkt einlesen kann.

Funktion im Programm: Überträgt die Bilanzpositionen in die amtliche Gliederung und prüft die Pflichtfelder vor der Abgabe.

E-Rechnung (ZUGFeRD, XRechnung)

Elektronische Rechnung in einem genormten Format, die Maschinen lesen können. XRechnung ist reines XML, ZUGFeRD ein PDF mit eingebetteten Daten.

Funktion im Programm: Liest und schreibt Rechnungen in diesen Formaten, prüft Pflichtfelder und ordnet die Beträge den Konten zu.

ELSTER

Elektronisches Steuerportal der Finanzverwaltung, über das Erklärungen und Anmeldungen abgegeben werden.

Funktion im Programm: Bereitet Anmeldungen vor, prüft Pflichtfelder und übergibt sie über die amtliche Schnittstelle.

ERiC

Amtliche Programmbibliothek, die den Datenaustausch mit ELSTER technisch abwickelt.

Funktion im Programm: Verschlüsselt und prüft die Übertragung; das Programm schaltet sie erst beim Öffnen des Steuerbereichs zu.

EÜR — Einnahmen-Überschuss-Rechnung

Gewinnermittlung, die Einnahmen und Ausgaben gegenüberstellt. Sie ist die einfache Form der Buchführung für kleine Betriebe.

Funktion im Programm: Erzeugt die EÜR aus den gebuchten Belegen, getrennt nach Jahr, mit Zuordnung zu den amtlichen Zeilen.

GoBD

Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Belegen im digitalen Raum.

Funktion im Programm: Sorgt für unveränderbare Buchungen, lückenlose Nummernkreise, nachvollziehbare Änderungen und sichere Aufbewahrung.

Inventur

Bestandsaufnahme aller Waren und Materialien zu einem Stichtag, mit Mengen und Werten.

Funktion im Programm: Erfasst Zählmengen, rechnet den Bestandswert und gleicht ihn mit der Buchhaltung ab.

Investitionsabzugsbetrag (IAB)

Vorab-Abzug für geplante Investitionen: bis zu einem gesetzlichen Prozentsatz der geplanten Kosten darf der Gewinn schon vor dem Kauf gemindert werden.

Funktion im Programm: Prüft, ob eine geplante Anschaffung förderfähig ist, rechnet die Höchstgrenzen und löst den Abzug bei der Investition wieder auf.

Ist-Versteuerung

Umsatzsteuer wird erst fällig, wenn das Geld tatsächlich bezahlt ist — nicht schon bei der Rechnung.

Funktion im Programm: Führt Umsätze erst bei Zahlungseingang der Steuer zu und zeigt offene Beträge getrennt.

Kassen-Nachschau

Unangekündigte Prüfung der Kasse durch die Finanzverwaltung, bei der die Daten sofort lesbar sein müssen.

Funktion im Programm: Hält Kassenbuch, Tagesabschlüsse und Signaturangaben in der Form bereit, die eine Nachschau verlangt.

KassenSichV

Verordnung, die den Einsatz einer technischen Sicherheitseinrichtung an elektronischen Kassen vorschreibt.

Funktion im Programm: Prüft die Pflichtfelder je Beleg und weist auf fehlende oder unplausible Signaturangaben hin.

Kleinunternehmerregelung § 19 UStG

Regelung, nach der unterhalb der gesetzlichen Umsatzgrenzen keine Umsatzsteuer ausgewiesen wird.

Funktion im Programm: Prüft die Grenzen, warnt vor dem Überschreiten und stellt Rechnungen ohne Umsatzsteuer aus.

Local-First

Arbeitsweise, bei der die Daten zuerst auf dem eigenen Gerät liegen und nicht in einer fremden Cloud.

Funktion im Programm: Speichert Buchungen, Belege und Stammdaten lokal und arbeitet ohne Internet weiter; Cloud ist nur Zusatz.

Logik-Triade

Antwortschema aus drei Fragen: Wahr? Möglich? Notwendig? Es trennt Fakten, Handlungswege und Folgerungen.

Funktion im Programm: Jede Ausgabe eines Moduls wird in diese drei Schritte gegliedert, damit Ergebnis und Begründung getrennt bleiben.

Mahnwesen

Geregelter Ablauf für Zahlungserinnerung, Mahnung und Verzug, mit Fristen und Mahnstufen.

Funktion im Programm: Erzeugt Mahnschreiben aus den offenen Posten, rechnet Verzugszinsen und protokolliert jede Stufe.

Mandant

Eine eigenständig abzurechnende Einheit, etwa ein Betrieb oder eine Praxis, mit eigenen Konten und eigenem Jahr.

Funktion im Programm: Trennt Daten, Kontenrahmen, Nummernkreise und Rechte je Mandant, damit sich Buchungen nicht vermischen.

Offene Posten

Rechnungen, die noch nicht vollständig bezahlt oder verrechnet sind, also offene Forderungen und Verbindlichkeiten.

Funktion im Programm: Führt die Liste der offenen Posten je Kunde und Lieferant und zeigt, was überfällig ist.

PWA — Progressive Web App

Web-Anwendung, die sich wie ein Programm installieren lässt und offline weiterläuft.

Funktion im Programm: Stellt die Oberfläche im Browser und als installierbares Programm bereit, mit lokalem Zwischenspeicher.

SKR03 und SKR04

Zwei amtlich anerkannte Kontenrahmen mit unterschiedlichem Aufbau. SKR03 ordnet nach Prozessen, SKR04 nach der Bilanz.

Funktion im Programm: Liefert je Mandant den passenden Kontenrahmen, damit Buchungen auf den richtigen Konten landen.

Sonderabschreibung

Zusätzliche Abschreibung neben der normalen AfA, befristet und an Bedingungen gebunden. Sie mindert den Gewinn schneller als die AfA allein.

Funktion im Programm: Rechnet die Sonderabschreibung zusätzlich zur AfA, mit Prüfung der Voraussetzungen und der späteren Gewinnkorrektur.

SQLite

Kleine, einzelne Datenbankdatei, die ohne eigenen Server auskommt.

Funktion im Programm: Hält die Daten in einer Datei, die sich sichern, kopieren und ohne Fremdsystem öffnen lässt.

Stückliste

Verzeichnis aller Bauteile, die in ein Erzeugnis eingehen, mit Mengen je Einheit.

Funktion im Programm: Löst die Stückliste in Materialbedarf auf und rechnet Kosten je Erzeugnis.

Trainingsbetrieb und Echtbetrieb

Zwei getrennte Datenbestände: einer zum Üben, einer für echte Buchungen mit Aufbewahrungspflicht.

Funktion im Programm: Trennt Übungsdaten von Echtdaten, damit Probeläufe nie in die echte Buchführung geraten.

TSE — Technische Sicherheitseinrichtung

Sicherheitsmodul, das jede Kassenbewegung fälschungssicher signiert. Es macht die Buchungen prüfbar.

Funktion im Programm: Verknüpft Belege mit Signatur, Transaktionsnummer und Prüfwert; die Startsequenz wird beim ersten Start erfasst.

Umsatzsteuer-Voranmeldung

Regelmäßige Meldung der Umsatzsteuer ans Finanzamt, meist monatlich oder vierteljährlich.

Funktion im Programm: Sammelt Umsätze und Vorsteuer je Zeitraum, rechnet die Zahllast und füllt die Kennzahlen vor.

Vorsteuer

Umsatzsteuer, die auf Eingangsrechnungen lastet und gegen die eigene Steuerschuld gerechnet wird.

Funktion im Programm: Weist die Vorsteuer je Beleg aus, prüft den Vorsteuerabzug und übernimmt sie in die Anmeldung.

Werteregister

Zentrale, nachlesbare Sammlung der amtlichen Rechenwerte mit Quelle, Stand und Geltungsbereich.

Funktion im Programm: Liefert jeden Wert, den ein Rechner benutzt, samt Belegstelle; jeder Rechner antwortet mit seiner Herkunft.

Wirtschafts-ID und USt-IdNr.

Amtliche Kennungen eines Unternehmens: die Wirtschafts-ID identifiziert es eindeutig, die USt-IdNr. gilt für den EU-Handel.

Funktion im Programm: Prüft das Format der Kennungen und setzt sie auf Rechnungen und Meldungen an die richtige Stelle.

Zählprotokoll

Aufzeichnung des Bargeldbestands nach Stückelung, also welche Anzahl an Scheinen und Münzen in der Kasse liegt.

Funktion im Programm: Erzeugt das Protokoll zum Kassenabschluss, rechnet den Sollbestand und hält die Differenz fest.

Zusammenfassende Meldung

Meldung innergemeinschaftlicher Lieferungen an andere EU-Staaten an das Bundeszentralamt für Steuern.

Funktion im Programm: Sammelt EU-Lieferungen je Zeitraum und Kunde und erzeugt die Meldung mit den Pflichtangaben.

Kein Steuerberatungsersatz. Das Glossar erklärt Begriffe, es ersetzt keine Auskunft. Wo es auf Ihr Bundesland, Ihre Rechtsform oder Ihren Einzelfall ankommt, fragen Sie Ihre Kanzlei.

Häufige Fragen zum Glossar

Warum erklärt das Programm Begriffe überhaupt?

Weil eine Zahl ohne ihren Begriff nur eine Zahl ist. Wer weiß, was AfA bedeutet, kann eine Abschreibung prüfen, statt sie zu glauben.

Woher kommen die Erklärungen?

Aus den amtlichen Quellen, die auch das Werteregister führt: Gesetz, Verordnung oder Veröffentlichung der Finanzverwaltung — jeweils mit Stand vermerkt.

Wo finde ich einen Begriff, der hier fehlt?

Über die Suche im Programm oder direkt über das Werteregister. Fehlt er dort ebenfalls, ist er notiert — nicht vergessen.