Wer schuldet dir was – und wem schuldest du?
Offene Debitoren und Kreditoren mit Fälligkeit, Skonto und Überfälligkeit in einer Liste. So bleibt keine Zahlung liegen und kein Skonto verfällt.

Offene Posten (OPOS) – konkret
Fälligkeiten
Alle offenen Rechnungen nach Datum, überfällige rot markiert.
Skonto-Wächter
Zeigt, bis wann Skonto zieht – nie wieder Skonto verschenken.
Zahlungsabgleich
Bank-Buchungen gleichen offene Posten automatisch aus.
Offene Posten sind gebundenes Kapital
Ein offener Posten ist mehr als eine Zeile in einer Liste – er ist Geld, das entweder dir gehört (offene Debitoren, also Forderungen an Kunden) oder das du schuldest (offene Kreditoren, Verbindlichkeiten gegenüber Lieferanten). Je länger eine Forderung offen ist, desto länger finanzierst du unfreiwillig deinen Kunden. Deshalb sind Fälligkeit und Zahlungsziel keine Formsache: Sie entscheiden über deine Liquidität. PilotOS zeigt alle offenen Posten nach Fälligkeit, markiert Überfälliges rot und macht sichtbar, wo sich Geld staut.
Besonders teuer ist verschenktes Skonto. Ein Lieferant bietet „2 % Skonto bei Zahlung innerhalb von 10 Tagen, sonst 30 Tage netto" – klingt harmlos, ist aber gerechnet ein Jahreszins von rund 36 % auf die 20 Tage früher gebundene Liquidität. Wer Skonto zieht, spart also fast immer mehr, als ihn ein kurzfristiger Kredit kostet. Umgekehrt solltest du deinen Kunden Skonto nur bewusst gewähren. Der Skonto-Wächter erinnert dich, bis wann die Frist zieht, und rechnet den Vorteil mit.
Automatischer Abgleich – und der Weg ins Mahnwesen
Der mühsamste Teil offener Posten ist das Zuordnen: Welche Zahlung gehört zu welcher Rechnung? PilotOS gleicht Bankbuchungen automatisch gegen die offenen Posten ab – über Betrag, Rechnungsnummer und Verwendungszweck – und kommt auch mit Teilzahlungen und Anzahlungen zurecht. Was übrig bleibt, siehst du sofort in der Liste. Auf der Kreditorenseite entsteht daraus ein Zahlungsvorschlag, der Fälligkeiten und Skontofristen berücksichtigt, damit du weder zu früh noch zu spät zahlst.
Bleibt ein Debitor überfällig, fließt er direkt ins Mahnwesen – ohne dass du Listen abgleichst. Weil offene Posten, Faktura, Bank und Mahnwesen dieselbe Datenbasis teilen, entsteht nebenbei ein sauberes Debitoren- und Kreditoren-Nebenbuch (Personenkonten), wie es die Buchhaltung ohnehin braucht. So wird aus einer simplen Fälligkeitsliste ein echtes Steuerungsinstrument für deine Liquidität – und keine Zahlung bleibt still liegen.
Die Kennzahlen hinter deiner Zahlungsmoral
Wer offene Posten nur als Liste sieht, übersieht das Muster dahinter. Aussagekräftiger sind wenige Kennzahlen. Die durchschnittliche Debitorenlaufzeit (oft als DSO, Days Sales Outstanding bezeichnet) sagt dir, wie viele Tage im Schnitt zwischen Rechnung und Zahlungseingang vergehen – steigt sie, gerät deine Liquidität unter Druck, lange bevor eine einzelne Rechnung auffällt. Die Altersstruktur der Forderungen (das Aging) staffelt die offenen Posten nach überfälligen Tagen und macht sichtbar, ob sich das Problem auf wenige alte Posten konzentriert oder breit streut.
Für einzelne Kunden zählt die Ausfallgefahr. Ein hinterlegtes Kreditlimit pro Kunde warnt, bevor ein zahlungsschwacher Kunde zu große offene Beträge anhäuft, und die Historie zeigt, wer notorisch spät zahlt. So wird aus der Rückschau eine Vorschau: Du erkennst Klumpen- und Ausfallrisiken, während du noch handeln kannst – nicht erst, wenn die Forderung uneinbringlich ist und über § 17 UStG die Umsatzsteuer zu korrigieren wäre.
Kleine, aber lästige Details nimmt dir das System ebenfalls ab: Rundungs- und Restdifferenzen nach Teilzahlungen, Fremdwährungsbeträge und Skontoabzüge werden korrekt zugeordnet, statt als rätselhafte Cent-Beträge liegen zu bleiben. So bleibt die Offene-Posten-Liste sauber – und wird vom Pflichtprogramm zum echten Frühindikator deiner Liquidität.
Vom Mahnlauf bis zum vollstreckbaren Titel
Zahlt ein Kunde trotz Mahnung nicht, endet der außergerichtliche Weg – aber nicht der Anspruch. Aus der offenen Position heraus lässt sich das gerichtliche Mahnverfahren anstoßen: ein günstiges, formalisiertes Verfahren, das ohne Anwalt läuft. Widerspricht der Schuldner nicht, folgt auf den Mahnbescheid der Vollstreckungsbescheid – ein vollstreckbarer Titel, aus dem der Gerichtsvollzieher oder eine Kontopfändung betreiben kann. Ein solcher Titel verjährt erst nach 30 Jahren, während eine normale Rechnung regelmäßig schon nach drei Jahren zum Jahresende verjährt. Das allein ist ein Grund, säumige Forderungen nicht liegen zu lassen.
PilotOS hält die Kette dokumentiert: Rechnungsdatum, Fälligkeit, jede Mahnstufe mit Datum, berechnete Verzugszinsen nach § 288 BGB und die 40-Euro-Verzugspauschale bei Geschäftskunden. Dieser lückenlose Nachweis ist genau das, was ein Gericht oder ein beauftragtes Inkassobüro braucht. Zeichnet sich ab, dass eine Forderung ausfällt, gehört sie bilanziell wertberichtigt – und die abgeführte Umsatzsteuer kann nach § 17 UStG korrigiert werden, sobald die Uneinbringlichkeit feststeht. So bleibt aus einem Zahlungsausfall wenigstens der Steuerschaden begrenzt.
Gut zu wissen
Verknüpft mit Mahnwesen?
Ja, überfällige Debitoren fließen direkt ins Mahnwesen.
Stand
Auch für die ZM?
Die Zusammenfassende Meldung ist im selben Bereich abgedeckt.
Stand
Woher kommen die Posten?
Aus Faktura und Buchungen – automatisch.
Stand
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