🧭 Starthilfe

Kann ich davon leben? Rechne es aus, bevor du kündigst.

Die meisten Gründungsratgeber beginnen mit Motivation. Wir beginnen mit der Zahl, die darüber entscheidet: dem Umsatz, den du im Monat brauchst, damit am Ende dein Leben bezahlt ist.

Kurz beantwortetUm von der Selbstständigkeit zu leben, brauchst du deutlich mehr Umsatz als dein bisheriges Nettogehalt. Zum Lebensbedarf kommen Kranken- und Pflegeversicherung, Altersvorsorge, Betriebskosten und die Einkommensteuer, die erst später fällig wird. Der Rechner oben dreht die Rechnung um und nennt dir den Monatsumsatz und den Stundensatz, ab dem es trägt.

Was musst du im Monat umsetzen, damit es reicht?

Trage deine echten Zahlen ein. Der Rechner dreht die Rechnung um: nicht „was bleibt vom Umsatz“, sondern „wie viel Umsatz brauche ich, damit am Ende das uebrig bleibt, wovon ich lebe“.

Umsatz pro Monat, netto — darunter zahlst du drauf
Gewinn vor Steuern, den du brauchst
davon Einkommensteuer (§ 32a EStG, Grundtarif)
Umsatz im Jahr
notwendiger Stundensatz

Ueberschlagsrechnung ohne Gewerbesteuer, Umsatzsteuer und Sonderausgabenabzug. Sie ersetzt keine Beratung — aber sie nennt dir die Groessenordnung, die du kennen musst, bevor du kuendigst.

Warum dein bisheriges Nettogehalt der falsche Maßstab ist

Als Angestellter siehst du auf der Abrechnung eine Zahl, die bereits um alles bereinigt ist: Lohnsteuer abgeführt, Krankenversicherung zur Hälfte vom Arbeitgeber getragen, Rentenbeitrag zur Hälfte vom Arbeitgeber getragen, Urlaub bezahlt, Krankheitstage bezahlt.

Als Selbstständiger trägst du jede dieser Positionen allein. Der Arbeitgeberanteil verschwindet nicht — er wandert auf deine Seite. Urlaub und Krankheit sind Wochen ohne Rechnung. Und die Einkommensteuer wird nicht monatlich abgezogen, sondern kommt als Bescheid, oft ein bis zwei Jahre später und in einer Summe.

Deshalb ist die einzig belastbare Frage nicht „was verdiene ich jetzt“, sondern: welcher Umsatz bleibt nach allen Abzügen so übrig, dass mein Leben davon bezahlt ist. Genau diese Rechnung macht der Rechner oben — rückwärts, von deinem Lebensbedarf zum notwendigen Umsatz.

Die drei Zahlen, die du vor der Kündigung kennen musst

ZahlWarum sie entscheidet
Mindestumsatz im MonatDarunter zahlst du drauf. Nicht „verdienst du weniger“ — du zahlst drauf.
Notwendiger StundensatzDer Prüfstein. Liegt er über dem, was in deiner Branche gezahlt wird, trägt das Modell nicht.
Monate ohne EinnahmenZwischen Anmeldung und erstem Zahlungseingang liegen selten weniger als drei Monate.

Auffällig ist fast immer der Stundensatz. Wer 22 verrechenbare Stunden pro Woche ansetzt — realistisch, weil Akquise, Buchhaltung und Angebote nicht bezahlt werden — landet schnell bei Sätzen, die deutlich über dem liegen, was er als Angestellter gekostet hat. Das ist kein Rechenfehler. Das ist die Selbstständigkeit.

Was du nicht überstürzen musst

Die Entscheidung ist kein Sprung. Der überwiegende Teil der tragfähigen Selbstständigkeiten beginnt nebenberuflich — mit Job als Absicherung, während sich zeigt, ob die Kundschaft zahlt. Wie sich das steuerlich auswirkt, rechnet dir der Nebenverdienst-Check aus.

Und wenn die Idee selbst noch wackelt, ist der Umsatzrechner der zweite Schritt. Der erste ist der Idee-Check.

Häufige Fragen

Was Gründer an dieser Stelle fragen

Wie viel Umsatz brauche ich als Selbstständiger wirklich?

So viel, dass nach Betriebskosten, Kranken- und Pflegeversicherung, Altersvorsorge und Einkommensteuer dein privater Lebensbedarf übrig bleibt. Als grobe Orientierung liegt der notwendige Umsatz deutlich über dem bisherigen Nettogehalt. Der Rechner auf dieser Seite ermittelt deinen konkreten Wert aus deinen eigenen Zahlen.

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Wann sollte ich meinen Job kündigen?

Sinnvollerweise erst, wenn drei Bedingungen erfüllt sind: Der notwendige Stundensatz ist in deiner Branche durchsetzbar, du hast mindestens einen zahlenden Kunden, und du hast eine Rücklage für die Monate ohne Einnahmen. Fehlt eine davon, ist der nebenberufliche Start der geringere Einsatz.

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Warum muss ich Geld für die Einkommensteuer zurücklegen?

Weil bei Selbstständigen kein Lohnsteuerabzug stattfindet. Die Steuer für ein Jahr wird erst mit dem Bescheid fällig, oft ein bis zwei Jahre später. Wer bis dahin nichts zurückgelegt hat, muss aus laufenden Einnahmen eine Nachzahlung für die Vergangenheit leisten — der häufigste Grund für Liquiditätsnot im zweiten Jahr.

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Was kostet die Krankenversicherung als Selbstständiger?

Das hängt von Kasse, Einkommen und Versicherungsstatus ab und ändert sich regelmäßig. Deshalb nennt dieser Rechner keinen Betrag, sondern fragt deinen ab. Den verbindlichen Wert nennt dir deine Krankenkasse — es ist der wichtigste Anruf vor der Gründung.

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Ist ein Stundensatz von 80 Euro überzogen?

Nicht automatisch. Bei 22 verrechenbaren Stunden pro Woche und 45 Arbeitswochen im Jahr sind das rund 79.200 Euro Umsatz — davon gehen Betriebskosten, Versicherungen, Vorsorge und Steuern ab. Ob der Satz überzogen ist, entscheidet allein, was in deiner Branche tatsächlich gezahlt wird.

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Kann PilotOS mir dabei helfen?

PilotOS rechnet die Planung fort, sobald du gegründet hast: Liquiditätsplanung, Einnahmen-Überschuss-Rechnung, Umsatzsteuer-Voranmeldung und die Übermittlung ans Finanzamt über ELSTER. Alles läuft lokal auf deinem Rechner, ohne Cloud-Zwang.

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Erst rechnen. Dann entscheiden.

PilotOS begleitet dich vom ersten Zahlenspiel bis zur Umsatzsteuer-Voranmeldung — 96 Module in einem System, lokal auf deinem Rechner.

Stand: 3. September 2026 · Angaben ohne Gewähr, keine Rechts- oder Steuerberatung.