Grundsatzfrage

Deine Software zieht in die Cloud. Musst du mitziehen?Nein. Wo deine Unternehmensdaten liegen, entscheidest du – nicht der Fahrplan deines Anbieters.

Der Markt bewegt sich in eine Richtung: DATEV kündigt für 2026 an, dass die Lösungen schrittweise in die Cloud umziehen und die On-Premises-Varianten auslaufen. Das ist eine legitime Strategie mit guten Gründen. Nur ist es eben eine Entscheidung, die dann jemand anders für dich getroffen hat.

Einordnung Diese Seite wägt beide Ansätze ab. Was Local-First technisch bedeutet →

Ehrlich betrachtet

Beide Wege haben ihre Berechtigung

Wer nur die eigene Seite gut aussehen lässt, hilft bei der Entscheidung nicht. Deshalb zuerst das, was für den jeweils anderen Weg spricht.

Wofür die Cloud die bessere Wahl ist

Ein professionell betriebenes Rechenzentrum ist besser abgesichert als der durchschnittliche Bürorechner: redundante Hardware, überwachte Zugänge, getestete Wiederherstellung, ein Team, das nachts Alarme bekommt. Wer das im eigenen Haus nachbauen wollte, scheitert an den Kosten.

Backups laufen automatisch. Das ist der Punkt, an dem lokale Lösungen in der Praxis am häufigsten scheitern — nicht an der Technik, sondern daran, dass niemand die externe Platte anschließt.

Verteiltes Arbeiten ist der eigentliche Heimvorteil: mehrere Personen an mehreren Orten, gleichzeitig, ohne Abstimmung darüber, wer gerade die aktuelle Datei hat. Wer ein Team über Standorte verteilt hat, wird lokal nicht glücklich.

Updates kommen von selbst. Kein Nachdenken über Versionsstände, keine Migration am Wochenende.

Wofür Local-First die bessere Wahl ist

Die Daten verlassen das Haus nicht. Das erspart den Auftragsverarbeitungsvertrag und macht die Frage „wer hat eigentlich Zugriff" überflüssig, statt sie vertraglich zu regeln.

Es gibt keinen Abschalttermin, den ein anderer festlegt. Eine lokale Installation läuft weiter, auch wenn der Hersteller die Strategie ändert, das Produkt einstellt oder den Preis verdoppelt.

Kein Abo-Zwang für den Zugriff auf die eigene Vergangenheit. Wer eine Cloud-Buchhaltung kündigt, verliert in der Regel den Zugang zu Belegen, die er acht Jahre aufbewahren muss (§ 147 Abs. 3 AO seit 01.01.2025; Bücher und Abschlüsse weiterhin zehn Jahre).

Unabhängigkeit von der Leitung. Kein Internet heißt nicht kein Kassenbon und keine Buchung.

Antwortzeiten ohne Netzwerkweg. Eine lokale Datenbank antwortet in Millisekunden, unabhängig davon, wie viele andere gerade dieselbe Auswertung starten.

Gegenüberstellung

Der Unterschied in der Praxis

MerkmalWofür die Cloud die bessere Wahl istWofür Local-First die bessere Wahl ist
Wo die Daten liegenbeim Anbieter, geregelt per Auftragsverarbeitungsvertragauf deiner Hardware, ohne Dritten
Zugriff bei Kündigungendet in der Regel mit dem Abobleibt, die Datenbank ist eine Datei bei dir
Backupautomatisch durch den Anbieterdeine Verantwortung
Zusammenarbeit über StandorteStärkemöglich, aber aufwendiger
Offline arbeiteneingeschränktuneingeschränkt
Abhängigkeit von Anbieter-Entscheidungenhochgering
DSGVOAuftragsverarbeitung nötigkeine Auftragsverarbeitung mit Dritten
Updatesautomatischdu entscheidest wann
Entscheidungshilfe

Was passt zu dir?

Nimm die Cloud, wenn …

dein Team über mehrere Standorte verteilt gleichzeitig arbeitet, du dich um Backups nicht kümmern willst und du dem Anbieter deine Daten anvertraust.

Nimm Local-First, wenn …

du allein oder in einem kleinen Betrieb arbeitest, deine Daten nicht aus dem Haus geben willst und Wert darauf legst, dass die Software auch in fünf Jahren noch läuft.

Beides ist möglich

PilotOS läuft lokal, kann aber über Netzwerk von mehreren Arbeitsplätzen genutzt werden. Und über die mobile Ansicht im Browser auch vom Handy — ohne dass die Daten das Haus verlassen.

Was du nicht tun solltest

die Entscheidung dem Markt überlassen. Wenn dein bisheriger Anbieter die lokale Variante einstellt, ist das seine Entscheidung — nicht deine Anforderung.

Häufige Fragen

Gut zu wissen

Ist die Cloud unsicher?

Nein. Ein professionell betriebenes Rechenzentrum ist in der Regel besser abgesichert als ein Rechner im Büro. Die Frage ist nicht Sicherheit gegen Unsicherheit, sondern Kontrolle: In der Cloud vertraust du die Absicherung jemand anderem an und regelst das vertraglich. Lokal bleibt sie deine Aufgabe — dafür entscheidest du selbst, wer Zugriff bekommt und wie lange.

Stand 

Was passiert mit meinen Daten, wenn ich ein Cloud-Abo kündige?

Das steht im Vertrag und ist von Anbieter zu Anbieter verschieden. Üblich ist ein Export-Zeitfenster, danach endet der Zugriff. Das ist der Punkt, an dem viele merken, dass Aufbewahrungspflichten und Abo-Laufzeiten nichts miteinander zu tun haben: Buchungsbelege musst du acht Jahre vorhalten, das Abo kannst du nach einem Jahr kündigen wollen. Vor dem Wechsel gehört diese Frage geklärt.

Stand 

Was ändert sich 2026 bei DATEV?

DATEV hat angekündigt, dass ab 2026 die Lösungen schrittweise in die Cloud umziehen und die On-Premises-Varianten auslaufen; die Entwicklung konzentriert sich künftig auf die Cloud-Produkte. Den Anfang macht im Herbst 2026 das Kanzleimanagement, danach folgen Lohn, Finanzbuchführung und Steuern. Für Kanzleien und Betriebe, die bewusst lokal arbeiten wollen, ist das der Anlass, sich mit Alternativen zu befassen.

Stand 

Kann ich mit lokaler Software zu mehreren arbeiten?

Ja. PilotOS läuft auf einem Rechner im Netzwerk, auf den mehrere Arbeitsplätze zugreifen, mit getrennten Rollen und Rechten. Was nicht geht, ist das Cloud-Szenario: fünf Personen an fünf Orten ohne gemeinsames Netz. Dafür ist eine Cloud die passendere Bauweise.

Stand 

Wer haftet für die Datensicherheit?

Datenschutzrechtlich bist immer du der Verantwortliche — auch wenn ein Cloud-Anbieter für dich verarbeitet. Der Auftragsverarbeitungsvertrag verteilt Pflichten, nicht die Verantwortung. Bei lokaler Haltung entfällt dieser Vertrag; Verarbeitungsverzeichnis, Betroffenenrechte, technisch-organisatorische Maßnahmen und Löschkonzept bleiben in beiden Fällen bei dir.

Stand 

Wahlfreiheit statt Vorgabe

PilotOS läuft lokal auf deiner Hardware. Free-Tarif dauerhaft kostenlos, ohne Kreditkarte, ohne dass du dafür Daten aus der Hand gibst.