Entnahme-Rechner: Wie viel kann ich mir nehmen?
Gewinn ist nicht Entnahme. Zwischen beidem liegen Steuer und Ruecklage – dieser Rechner zeigt den Rest.
Die BWA weist einen Ueberschuss aus, das Geschaeftskonto ist gut gefuellt – und trotzdem ist das Geld nicht deins: Die Einkommensteuervorauszahlung laeuft erst spaeter auf, die Umsatzsteuer ist nur durchgelaufen, und fuer den Notgroschen ist nichts zurueckgelegt.
Dieser Rechner zieht die Steuerlast und die noch fehlende Ruecklage vom Gewinn ab. Was uebrig bleibt, ist der Entnahme-Spielraum – die Zahl, die sagt, ob die geplante Entnahme traegt oder Substanz kostet.
Dieser Rechner enthaelt keine gesetzlichen Werte: Er rechnet ausschliesslich mit deinen Eingaben, die Steuerlast ist ein Eingabefeld statt eines nachgebauten Tarifs. Alle Rechtswerte, die das Programm verwendet, stehen offen im Register – Stand der Rechtswerte.
ButlerIn einfachen Worten – was rechne ich hier?
Entnehmen heisst: Geld vom Geschaeft auf das private Konto bewegen. Buchhalterisch ist das ein Satz. Wirtschaftlich ist es die Frage, ob du dir das leisten kannst – denn was du entnimmst, hast du noch nicht versteuert.
Das gibst du ein:
- Gewinn vor Steuer: das Jahresergebnis aus Einnahmenueberschussrechnung oder BWA.
- Steuern und Vorauszahlungen: was auf diesen Gewinn faellig wird – aus dem Bescheid, der Vorauszahlung oder dem Einkommensteuer-Rechner.
- Geplante Privatentnahmen: was im Jahr vom Betrieb auf das private Konto gehen soll.
- Privater Jahresbedarf: was du fuer Lebenshaltung, Miete, Versicherungen und Vorsorge brauchst.
- Fehlender Notgroschen: die Ruecklage, die fuer Ausfaelle noch fehlt.
Butler-Tipp: Der Entnahme-Spielraum ist die Obergrenze, nicht das Ziel. Er ist am groessten, wenn der Notgroschen steht – vorher gehoert jede freie Mark dorthin.
Dieselbe Rechnung – laufend aus deinen Buchungen
Im Programm rechnet das Betrieb↔Privat-Cockpit dieselben Kennzahlen aus deinen erfassten Buchungen und deinen selbst gepflegten Kalkulationsparametern – zusammen mit dem Betriebsergebnis, der Steuerlast-Prognose und der Lebenshaltung. Lokal auf deinem Rechner, ohne Cloud.
Wie der Entnahme-Spielraum gerechnet wird
Der Rechner beantwortet die Frage, die keine Buchhaltung fuer dich beantwortet: Was von deinem Gewinn ist wirklich frei verfuegbar? Die Rechnung ist bewusst einfach und offen – jede Zahl laesst sich nachvollziehen.
So rechnet der Rechner im Detail:
- Gewinn nach Steuer = Gewinn vor Steuer − Steuern und Vorauszahlungen.
- Entnahme-Spielraum = Gewinn nach Steuer − noch fehlender Notgroschen. Steht der Notgroschen schon, ist der Spielraum so gross wie der Gewinn nach Steuer.
- Entnahme-Quote = Privatentnahmen ÷ Gewinn vor Steuer. Ueber 100 Prozent entnimmst du mehr, als der Betrieb verdient.
- Lebensbedarf-Deckung = Gewinn nach Steuer ÷ privater Jahresbedarf. Unter 100 Prozent traegt der Betrieb deinen Alltag nicht vollstaendig.
Beispielrechnung: Gewinn vor Steuer 72.000 €, Steuern und Vorauszahlungen 14.000 €, Notgroschen-Luecke 6.000 €, geplante Entnahmen 48.000 €, privater Jahresbedarf 36.000 €. Gewinn nach Steuer: 58.000 €. Entnahme-Spielraum: 52.000 €. Entnahme-Quote: 66,7 Prozent. Lebensbedarf-Deckung: 161,1 Prozent. Die Entnahmen liegen also innerhalb des Spielraums – die Ruecklage fuer den Notgroschen ist darin schon eingerechnet.
Kritisch wird es in zwei Faellen: Wenn die geplanten Entnahmen den Spielraum uebersteigen, oder wenn bei Verlust beziehungsweise Nullgewinn trotzdem entnommen wird. Im zweiten Fall ist die Prozentquote nicht mehr aussagekraeftig – jede Entnahme zehrt dann direkt die Substanz.
Warum Buchhaltung bei der Privatentnahme endet
Herkommliche Buchhaltung hoert bei der Privatentnahme auf. Das Konto 1800 bucht den Betrag weg – was danach kommt, Einkommensteuer, echte Liquiditaet, Vorsorge, Notfall, sieht sie nicht. Genau dort entsteht der blinde Fleck: Betrieb und Privatleben haben am Monatsende nur ein Portemonnaie, aber zwei getrennte Zahlenwelten.
PilotOS fuehrt beides auf einer Datenbank zusammen, ohne die steuerliche Trennung anzutasten: Betriebliche und private Vorgaenge bleiben buchhalterisch sauber auseinander, gerechnet wird gemeinsam. Das Betrieb↔Privat-Cockpit stellt Betriebsergebnis, Steuerlast-Prognose, Privatentnahmen und -einlagen, Lebenshaltung und die kalkulatorischen Kosten – Unternehmerlohn, Eigenkapitalzins, Miete – in einer Auswertung gegenueber und weist den Entnahme-Spielraum aus. Fuer Gesellschaften mit mehreren Gesellschaftern kommen Kapitalkonten-Entwicklung, Gewinnverteilung nach Beteiligungsquote und die Saldenhistorie dazu.
Die Zahlen sind so belastbar wie das, was gebucht und in den Kalkulationsparametern hinterlegt ist – deshalb stehen die Annahmen (Unternehmerlohn, Zinssatz, Miete) offen in den Einstellungen und veraendern keine einzige Buchung.
Fuenf Fehler bei der Privatentnahme
1. Vom Kontostand auf den Gewinn schliessen. Das Konto zeigt auch Umsatzsteuer, die nur durchgelaufen ist, und Kredite, die schon gezogen wurden. Der entnehmbare Betrag steht dort nicht.
2. Die Steuervorauszahlung vergessen. Wer den Gewinn voll entnimmt, entnimmt Geld, das dem Finanzamt gehoert. Spaeter reisst die Nachzahlung ein Loch – genau in dem Monat, in dem der Auftrag fehlt.
3. Den Notgroschen zurueckstellen, bis es besser laeuft. Auftragsluecken kommen ohne Vorwarnung. Die Ruecklage gehoert vor die Entnahme, nicht danach.
4. Den eigenen Lohn nicht gegen das Angestelltengehalt rechnen. Ein Betrieb kann profitabel aussehen und trotzdem weniger abwerfen als eine Festanstellung – nur sieht das niemand, solange der Unternehmerlohn nicht mitgerechnet wird.
5. Erst reagieren, wenn es eng ist. Wer Entnahmen einmal im Jahr prueft, sieht den Substanzverzehr spaet. Wer die Quote monatlich sieht, kann frueher gegensetzen.
Gut zu wissen
Was ist der Unterschied zwischen Gewinn und Privatentnahme?
Der Gewinn steht im Betrieb, die Entnahme auf deinem privaten Konto. Zwischen beidem liegt die Steuer: Was du entnimmst, hast du noch nicht versteuert. Der Entnahme-Spielraum zieht deshalb erst die Steuerlast und den noch fehlenden Notgroschen ab, bevor er sagt, wie viel wirklich frei ist.
Stand
Warum reicht der Kontostand als Antwort nicht?
Weil das Geschaeftskonto nicht verraet, welche Lasten schon entstanden sind: Steuervorauszahlungen, Umsatzsteuer-Zahllast, fehlende Ruecklagen. Geld, das auf dem Konto liegt, ist deshalb noch lange nicht entnehmbar.
Stand
Woher kommt die Steuerlast im Rechner?
Du gibst sie ein – aus dem Steuerbescheid, der Vorauszahlung oder dem Einkommensteuer-Rechner. Der Rechner baut keinen Tarif nach; er rechnet mit deiner Zahl.
Stand
Was bedeutet die Entnahme-Quote?
Entnahmen geteilt durch Gewinn. Ueber 100 Prozent entnimmst du mehr, als der Betrieb verdient – das ist Substanzverzehr. Bei Verlust oder Nullgewinn ist die Quote als Prozentzahl nicht sinnvoll; dann ist jede Entnahme kritisch.
Stand
Was ist der Notgroschen bei Selbstaendigen?
Die Ruecklage fuer die Zeit ohne Auftrag oder ohne Lohnfortzahlung. Er gehoert vor die Entnahme: Solange er fehlt, ist der Entnahme-Spielraum kleiner als der Gewinn nach Steuer.
Stand
Rechnet PilotOS das auch laufend?
Ja. Im Programm fuehrt das Betrieb↔Privat-Cockpit Betriebsergebnis, Steuerlast-Prognose, Entnahmen und Einlagen, Lebenshaltung und die kalkulatorischen Kosten in einer Auswertung zusammen – aus den erfassten Buchungen und den selbst gepflegten Kalkulationsparametern, lokal auf deinem Rechner.
Stand
Gehoert zur Gruppe Liquiditaet & Finanzierung. Passend dazu im Programm: Finanz-Cockpit · Haushaltsbuch
Der Free-Tarif ist dauerhaft kostenlos. Kein Konto noetig, um die Rechner zu benutzen – und alle laufen auch offline in der App, direkt in der passenden Maske.