Umschlag · Reichweite · Kapitalbindung

Das Lager ist der leiseste
Kredit im Betrieb.

Lagerumschlag, Reichweite in Tagen, die tatsächlichen Lagerkosten – und die Summe, die frei würde, wenn der Bestand auf die Ziel-Reichweite sänke.

Umschlag und Reichweite Lagerkosten in Euro freisetzbares Kapital

Kurz gesagt: Lagerumschlag = Wareneinsatz ÷ durchschnittlicher Lagerbestand (beide zu Einkaufspreisen), Reichweite = 365 ÷ Umschlag. Die Lagerkosten bestehen aus den Kapitalkosten des gebundenen Geldes und den Lagerhaltungskosten – Fläche, Handling, Versicherung, Schwund, Wertverlust; zusammen erfahrungsgemäß 15 bis 25 % des Bestandswertes pro Jahr. Ein niedriger Bestand ist nicht automatisch besser: Jede Nichtlieferung kostet einen Deckungsbeitrag, der meist größer ist als die eingesparten Lagerkosten. Die produktive Frage lautet deshalb nicht „wie wenig geht?“, sondern „welche Artikel bewegen sich nicht?“ – und die beantwortet nur die Reichweite je Artikel, nicht der Betriebsdurchschnitt. Stand: 06.09.2026.

Lagerumschlag pro Jahr
Reichweite in Tagen
Lagerkosten pro Jahr
Lagerkosten je Euro Wareneinsatz
Bestand bei Ziel-Reichweite
freisetzbares Kapital

Lagerumschlag = Wareneinsatz ÷ durchschnittlicher Lagerbestand. Reichweite = 365 ÷ Umschlagshäufigkeit. Die Lagerkosten setzen sich aus den Kapitalkosten des gebundenen Geldes und den Lagerhaltungskosten zusammen – Fläche, Handling, Versicherung, Schwund und Wertverlust. Zusammen liegen sie in Handel und Fertigung erfahrungsgemäß bei 15 bis 25 % des Bestandswertes pro Jahr. Der durchschnittliche Lagerbestand wird üblicherweise als Mittel aus Anfangs- und Endbestand oder als Mittel der Monatsbestände gebildet; das zweite ist genauer, wenn das Geschäft saisonal ist.

Alle hier verwendeten Rechtswerte mit Gültigkeit, Norm und Prüfdatum stehen offen im Register – Stand der Rechtswerte.

Das Lager ist der leiseste Kredit im Betrieb

Ein Warenlager kostet keine Zinsen, die auf einem Kontoauszug stehen. Es kostet trotzdem: Das Geld ist gebunden, die Fläche kostet Miete, die Ware verliert Wert, und ein Teil verschwindet oder verdirbt. In Summe sind das erfahrungsgemäß 15 bis 25 % des Bestandswertes im Jahr – nur sieht man sie nie an einer Stelle.

Umschlag und Reichweite

Der Lagerumschlag sagt, wie oft der Bestand im Jahr komplett durchläuft. Die Reichweite ist dieselbe Information in Tagen und im Alltag nützlicher: Sie beantwortet die Frage „wie lange komme ich mit dem, was dasteht?“. Ein Umschlag von 4 entspricht 91 Tagen Reichweite.

Warum ein niedriger Bestand nicht automatisch besser ist

Ein zu schlankes Lager kostet Umsätze – jede Nichtlieferung ist ein verlorener Deckungsbeitrag, und der ist meist größer als die eingesparten Lagerkosten. Die Frage lautet deshalb nicht „wie wenig geht?“, sondern „wo liegt Ware, die sich nicht bewegt?“. Zwei Betriebe mit demselben Durchschnittsbestand können völlig verschieden gesund sein.

Die Zahl, die wirklich weiterhilft

Nicht der Gesamtumschlag, sondern die Reichweite je Artikel. Dort zeigt sich das Muster, das den Bestand aufbläht: wenige Artikel mit hoher Drehung und ein langer Schwanz an Ware, die seit zwei Jahren dasteht und in keiner Auswertung auffällt, weil der Durchschnitt sie versteckt.

Häufige Fragen

Lagerkennzahlen – Fragen und Antworten

Wie berechnet man den Lagerumschlag?

Wareneinsatz eines Jahres zu Einkaufspreisen geteilt durch den durchschnittlichen Lagerbestand, ebenfalls zu Einkaufspreisen. Wichtig ist, dass beide Größen auf derselben Wertbasis stehen — wer den Umsatz zu Verkaufspreisen durch den Bestand zu Einkaufspreisen teilt, bekommt eine zu schöne Zahl.

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Was ist die Reichweite?

365 geteilt durch die Umschlagshäufigkeit. Sie sagt, für wie viele Tage der aktuelle Bestand reicht. Ein Umschlag von 4 entspricht 91 Tagen. Im Alltag ist die Reichweite die nützlichere Kennzahl, weil sie in derselben Einheit denkt wie die Beschaffung.

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Wie hoch sind die Lagerkosten wirklich?

Kapitalkosten des gebundenen Geldes plus Lagerhaltungskosten: Fläche, Handling, Versicherung, Schwund, Wertverlust und Veralterung. In Handel und Fertigung zusammen erfahrungsgemäß 15 bis 25 % des Bestandswertes pro Jahr. Bei 60.000 € Bestand sind das 9.000 bis 15.000 € — Kosten, die auf keinem Kontoauszug als solche erscheinen.

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Ist ein niedriger Bestand immer besser?

Nein. Jede Nichtlieferung kostet einen Deckungsbeitrag, und der ist meist größer als die eingesparten Lagerkosten. Die produktive Frage ist nicht „wie wenig geht?“, sondern „welche Artikel bewegen sich nicht?“. Der Durchschnittsbestand versteckt genau diesen Unterschied.

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Wie bilde ich den durchschnittlichen Lagerbestand?

Einfach als Mittel aus Anfangs- und Endbestand, genauer als Mittel der zwölf Monatsendbestände. Bei saisonalem Geschäft ist der Unterschied erheblich: Wer zum 31.12. inventurbedingt leer ist, rechnet sich mit der einfachen Methode einen Umschlag schön, den er das ganze Jahr nicht hatte.

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Was mache ich mit Ladenhütern?

Erst sichtbar machen — Reichweite je Artikel, nicht im Durchschnitt. Dann entscheiden: abverkaufen, abwerten oder verschrotten. Eine handelsrechtliche Abwertung nach dem Niederstwertprinzip mindert außerdem den Gewinn und damit die Steuerlast im laufenden Jahr; sie will allerdings begründet und dokumentiert sein.

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Rechnet PilotOS das aus meinen Beständen?

Ja. Die Warenwirtschaft kennt Zu- und Abgänge je Artikel; daraus ergeben sich Umschlag und Reichweite artikelgenau statt als Betriebsdurchschnitt. Genau dort steht die Information, die den Bestand tatsächlich senkt.

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Und jetzt?

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