Was verdient man nach der Ausbildung wirklich?
Median-Bruttoverdienst von Fachkräften in 12 der meistgewählten Ausbildungsberufe – amtliche Zahlen, keine Schätzung.
Kurz gesagt: Die folgenden Werte sind Mediangehälter sozialversicherungspflichtig vollzeitbeschäftigter Fachkräfte (Anforderungsniveau „Fachkraft“, nicht Meister/Fachwirt) aus dem Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit, über alle Altersgruppen zusammengefasst – nicht nur Berufseinsteiger direkt nach der Prüfung. Erfasst sind 12 der laut BIBB-Rangliste 2025 meistgewählten Ausbildungsberufe, nicht alle rund 250 IHK/HWK-Ausbildungsberufe. Stand: 12.09.2026.
Bundesweiter Median für sozialversicherungspflichtig vollzeitbeschäftigte Fachkräfte, alle Altersgruppen. Regionale Werte weichen teils deutlich ab – Einzelabfrage im Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit.
| Ausbildungsberuf | Unteres Quartil | Median | Oberes Quartil |
|---|
Sortiert nach Median, aufsteigend. Quelle: Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit, Datenstand Entgeltatlas 2025.
Median, Quartile – und warum das nicht das Einstiegsgehalt ist
Der Median ist der mittlere Wert: die Hälfte der Fachkräfte in diesem Beruf verdient mehr, die Hälfte weniger. Das untere Quartil markiert die Grenze der unteren 25 %, das obere Quartil die Grenze der oberen 25 %. Wichtig: Der Entgeltatlas fasst dabei alle Altersgruppen zusammen – vom frisch ausgelernten Berufseinsteiger bis zur Fachkraft kurz vor der Rente. Das Einstiegsgehalt direkt nach der Ausbildung liegt deshalb in aller Regel näher am unteren Quartil als am Median.
Beispiel Bankkaufmann/-frau: Median 5.980 €, unteres Quartil 4.687 €. Ein Berufseinsteiger direkt nach der Ausbildung startet realistisch eher im Bereich des unteren Quartils oder knapp darunter – die 5.980 € erreichen viele erst nach Jahren im Beruf, oft in Kundenberatung oder Spezialfunktionen, die weiterhin unter derselben Berufsbezeichnung geführt werden.
Beispiel Friseur/in: Median 2.236 €, das niedrigste der 12 erfassten Berufe. Der Abstand zu Bankkaufmann/-frau (5.980 €) beträgt das rund 2,7-Fache – ein Unterschied, der maßgeblich aus Branchenstruktur, Tarifbindung und Aufstiegswegen innerhalb des Berufs entsteht, nicht aus der Ausbildungsdauer (beide Berufe werden regulär 3 Jahre ausgebildet).
Von der Berufswahl zur eigenen Lohnabrechnung
Während der Ausbildung selbst gilt die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung nach § 17 BBiG – dazu gibt es den separaten Ausbildungsvergütung-Rechner. Die hier gezeigten Werte gelten erst nach bestandener Abschlussprüfung, als Fachkraft.
Betriebe, die selbst ausbilden und übernehmen, führen den Übergang von Ausbildungsvergütung zu regulärem Fachkraft-Gehalt im Lohnabrechnungsmodul lückenlos fort – inklusive Dokumentation des Stichtags der Übernahme.
Häufige Fehler beim Gehaltsvergleich
1. Median mit Einstiegsgehalt verwechseln: Der Median fasst alle Altersgruppen zusammen. Das tatsächliche Gehalt direkt nach der Ausbildung liegt meist näher am unteren Quartil.
2. Von 12 Berufen auf alle rund 250 Ausbildungsberufe schließen: Diese Liste zeigt die laut BIBB meistgewählten Berufe, nicht das gesamte Spektrum – weitere Berufe lassen sich einzeln im Entgeltatlas nachschlagen.
3. Regionale Unterschiede ignorieren: Der Entgeltatlas weist je nach Beruf teils erhebliche Abweichungen nach Bundesland und Stadt aus – der bundesweite Median ist nur ein Orientierungswert.
4. Fachkraft-Niveau mit Aufstiegsfortbildung verwechseln: Alle Werte gelten für das Anforderungsniveau „Fachkraft“ – nach einer Weiterbildung zum Meister, Fachwirt oder Techniker liegen die Gehälter in der Regel höher, das ist hier nicht abgebildet.
Gehalt nach Ausbildungsberuf – Fragen und Antworten
Sind das die Gehälter direkt nach der Ausbildung?
Nein. Die Werte sind der Median über alle Altersgruppen hinweg (Berufseinsteiger bis kurz vor Renteneintritt), die im Entgeltatlas unter dem Anforderungsniveau "Fachkraft" für diesen Beruf gemeldet sind. Das tatsächliche Einstiegsgehalt direkt nach der Abschlussprüfung liegt in aller Regel darunter, oft in der Nähe des unteren Quartils.
Stand
Woher stammen die Zahlen?
Aus dem Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit (Datenstand: Entgeltatlas 2025), der Entgeltdaten aus der Beschäftigungsstatistik für sozialversicherungspflichtig vollzeitbeschäftigte Fachkräfte in Deutschland auswertet.
Stand
Warum sind nur 12 Ausbildungsberufe gelistet?
Diese 12 gehören laut BIBB-Rangliste 2025 zu den meistgewählten Ausbildungsberufen Deutschlands nach Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge. Der Entgeltatlas selbst deckt weit über 3.000 Berufsbezeichnungen ab, aber keinen Bulk-Export – jeder weitere Beruf müsste einzeln nachgeschlagen werden.
Stand
Was bedeutet das untere und obere Quartil?
Das untere Quartil ist der Wert, den die niedriger verdienenden 25 % der Fachkräfte in diesem Beruf nicht überschreiten; das obere Quartil der Wert, den die bestverdienenden 25 % erreichen oder übertreffen. Die mittleren 50 % liegen zwischen beiden Werten.
Stand
Warum verdienen Bankkaufleute im Median so viel mehr als andere Ausbildungsberufe?
Weil der Median alle Altersgruppen zusammenfasst und viele Bankkaufleute im Lauf ihrer Karriere in gut bezahlte Fach- und Beratungspositionen hineinwachsen, ohne die Berufsbezeichnung zu wechseln. Das verzerrt den Gesamt-Median nach oben, verglichen mit Berufen, in denen Fachkräfte häufiger in andere Berufsbezeichnungen aufsteigen oder das Feld wechseln.
Stand
Gilt der Wert für ganz Deutschland gleich?
Nein. Der Entgeltatlas weist für jeden Beruf zusätzlich Bundesland- und teils Stadtwerte aus, die spürbar vom Bundesdurchschnitt abweichen können – oft mehrere hundert Euro nach oben oder unten. Dieser Rechner zeigt nur den bundesweiten Median.
Stand
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