Ein Preis, den du
begründen kannst.
Vom Materialeinsatz über Herstell- und Selbstkosten bis zum Listenpreis – mit Skonto, Provision und Rabatt korrekt im Hundert gerechnet. Genau an dieser Stelle verschenken die meisten Betriebe Geld.
Kurz gesagt: Materialeinzelkosten plus Materialgemeinkosten und Fertigungseinzelkosten plus Fertigungsgemeinkosten ergeben die Herstellkosten. Darauf Verwaltungs- und Vertriebsgemeinkosten ergibt die Selbstkosten, plus Gewinnzuschlag den Barverkaufspreis. Skonto, Provision und Rabatt werden anschließend im Hundert gerechnet – Barverkaufspreis geteilt durch (1 minus Abzugssatz) – weil sie Abzüge vom späteren Listenpreis sind und keine Aufschläge auf die Kosten. Wer sie stattdessen aufaddiert, unterdeckt sich; der Rechner zeigt die Differenz in Euro je Stück ausdrücklich an. Die Zuschlagssätze gehören aus der eigenen Kostenrechnung und nicht aus einer Branchentabelle: Fertigungsgemeinkostensätze reichen von rund 30 % im Handwerk bis weit über 200 % in kapitalintensiver Fertigung. Stand: 06.09.2026.
Zuschlagskalkulation nach dem üblichen Schema: Materialkosten plus Fertigungskosten ergeben die Herstellkosten; darauf Verwaltungs- und Vertriebsgemeinkosten ergibt die Selbstkosten; plus Gewinnzuschlag den Barverkaufspreis. Skonto, Provision und Rabatt werden „im Hundert“ gerechnet – also aufgeschlagen, nicht abgezogen. Genau hier entsteht der häufigste Kalkulationsfehler: Wer 2 % Skonto einfach aufaddiert statt herauszurechnen, unterdeckt sich.
Alle hier verwendeten Rechtswerte mit Gültigkeit, Norm und Prüfdatum stehen offen im Register – Stand der Rechtswerte.
Preise kalkulieren statt schätzen
Die Zuschlagskalkulation ist keine Buchhalterfolklore. Sie ist der einzige Weg, einen Preis zu begründen, ohne beim ersten Verhandlungsversuch des Kunden ins Rutschen zu kommen. Wer sagen kann, woraus sein Preis besteht, verhandelt anders als jemand, der eine Zahl genannt hat.
Der Rechenweg
Materialeinzelkosten plus Materialgemeinkosten ergeben die Materialkosten. Fertigungseinzelkosten plus Fertigungsgemeinkosten ergeben die Fertigungskosten. Beides zusammen sind die Herstellkosten. Darauf kommen Verwaltungs- und Vertriebsgemeinkosten – das Ergebnis sind die Selbstkosten. Plus Gewinnzuschlag ergibt den Barverkaufspreis.
Der Fehler, der Geld kostet
Skonto, Provision und Rabatt werden im Hundert gerechnet, nicht vom Hundert. Sie sind Abzüge vom späteren Listenpreis – also muss der Listenpreis so bestimmt werden, dass nach dem Abzug noch der Barverkaufspreis übrig bleibt. Formel: Barverkaufspreis geteilt durch (1 minus Abzugssatz). Wer stattdessen 2 % aufschlägt, hat nach Gewährung des Skontos weniger als kalkuliert. Bei 10 % Rabatt wird aus dem kleinen Fehler ein spürbarer.
Woher die Gemeinkostensätze kommen
Aus der eigenen Buchhaltung, nicht aus einer Branchentabelle. Die Materialgemeinkostenquote ist der Anteil der Beschaffungs- und Lagerkosten am Materialeinsatz, die Fertigungsgemeinkostenquote der Anteil der Fertigungsgemeinkosten an den Fertigungslöhnen. Wer die Werte schätzt, kalkuliert eine Zahl, die genau aussieht und geraten ist.
Preiskalkulation – Fragen und Antworten
Was ist der Unterschied zwischen Herstellkosten und Selbstkosten?
Die Herstellkosten umfassen Material- und Fertigungskosten inklusive der jeweiligen Gemeinkosten — also alles, was bis zum fertigen Produkt anfällt. Die Selbstkosten kommen dazu, wenn Verwaltungs- und Vertriebsgemeinkosten aufgeschlagen werden. Erst auf die Selbstkosten gehört der Gewinnzuschlag.
Stand
Warum werden Skonto und Rabatt „im Hundert“ gerechnet?
Weil sie Abzüge vom späteren Listenpreis sind, nicht Aufschläge auf die Kosten. Wenn 2 % Skonto gewährt werden, müssen nach dem Abzug noch 100 % des Barverkaufspreises übrig bleiben. Die richtige Formel lautet: Barverkaufspreis geteilt durch (1 − 0,02). Wer stattdessen 2 % aufschlägt, bekommt zu wenig — bei 10 % Rabatt ist die Differenz deutlich, und sie fällt erst in der Jahresauswertung auf.
Stand
Woher bekomme ich meine Gemeinkostenzuschlagssätze?
Aus dem Betriebsabrechnungsbogen beziehungsweise der eigenen Kostenrechnung: Materialgemeinkosten im Verhältnis zum Materialeinsatz, Fertigungsgemeinkosten im Verhältnis zu den Fertigungslöhnen, Verwaltungs- und Vertriebsgemeinkosten im Verhältnis zu den Herstellkosten. Alle vier Größen stehen bereits in einer ordentlich geführten Buchhaltung.
Stand
Sind die Vorgabewerte im Rechner realistisch?
Sie sind Platzhalter, keine Empfehlung. Fertigungsgemeinkostensätze schwanken zwischen etwa 30 % im Handwerk und weit über 200 % in kapitalintensiver Fertigung. Wer mit fremden Werten kalkuliert, kalkuliert einen fremden Betrieb.
Stand
Gilt das auch für Dienstleistungen?
Ja, mit einer Vereinfachung: Statt Material und Fertigung tritt die produktive Stunde. Setze die Fertigungseinzelkosten als Personalkosten der Leistung an, das Material auf null, und rechne den Rest unverändert. Für die reine Stundensatzfrage ist allerdings der Stundensatz-Rechner der direktere Weg.
Stand
Was, wenn der berechnete Preis am Markt nicht durchsetzbar ist?
Dann ist das eine Information und keine Niederlage. Entweder die Kosten müssen runter, oder das Produkt trägt sich nicht. Ein Preis unterhalb der Selbstkosten ist keine Marktstrategie, sondern eine Subvention des Kunden aus dem eigenen Vermögen — und sie wird mit jedem zusätzlichen Auftrag größer.
Stand
Rechnet PilotOS das aus meinen Buchungen?
Ja. Material, Löhne und Gemeinkosten stehen in der Buchhaltung; die Kalkulation zieht die Zuschlagssätze daraus und übernimmt den Preis direkt in Angebot und Rechnung. Damit steht jeder Preis auf einer belegten Kostenbasis statt auf einer Erinnerung.
Stand
Mit deinen echten Zahlen weiterrechnen
Dieser Rechner arbeitet mit den Annahmen, die du eingetippt hast. PilotOS rechnet dieselbe Formel über deine tatsächlichen Buchungen – lokal auf deinem Rechner, ohne dass eine Zahl das Haus verlässt.
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