Stiftungspilot · Nachlass & Übergabe

Stiftung gründen: Lohnt sich das für dich wirklich?

Selten allein aus Steuergründen – erst ab einer gewissen Vermögensgröße trägt sich der Aufwand. Der Stiftungspilot prüft deine Eignung (Familienstiftung oder gemeinnützig?) und rechnet Errichtungssteuer, laufende Steuer und Erbersatzsteuer gegen die Direktvererbung, plus liefert einen Satzungs-Entwurf und die ehrlichen Nachteile dazu – als Überblick, nicht als Rechtsberatung.

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Was der Stiftungspilot kann

Vier Bausteine – eine klare Entscheidung

1 · Eignungsanalyse

Familienstiftung, gemeinnützige Stiftung oder besser keine? Der Pilot bewertet Vermögen, Ziel (Versorgung, Gemeinwohl, Nachfolge, Vermögensschutz), Nachkommen und Kostenquote – mit Eignungsscore und klarer Empfehlung.

2 · Rentabilität & Break-even

Errichtungssteuer, laufende Körperschaftsteuer (≈ 15,8 %), Erbersatzsteuer alle 30 Jahre und Verwaltungskosten – über deinen Horizont gegen die Direktvererbung gerechnet. Du siehst schwarz auf weiß, ob es sich lohnt.

3 · Satzungs-Entwurf

Fertiger Entwurf für die gemeinnützige oder die Familienstiftung mit allen Pflichtklauseln (Zweck, Vermögensbindung, Organe, Aufsicht) – als Ausgangspunkt für deinen Anwalt.

4 · Vor- & Nachteile, Risiken

Steuervorteile der Gemeinnützigen, Asset Protection der Familienstiftung, aber auch der dauerhafte Kontroll- und Eigentumsverlust – ehrlich gegenübergestellt.

Ehrlich gerechnet

Familienstiftung vs. gemeinnützige Stiftung

Familienstiftung

Hält das Vermögen als Einheit zusammen, schützt vor Zersplitterung durch Erbfolge, Scheidung oder Pflichtteil und vor Gläubigerzugriff. Preis: keine Erbschaftsteuer-Ersparnis, laufende Körperschaftsteuer und Erbersatzsteuer alle 30 Jahre.

Gemeinnützige Stiftung

Errichtung erbschaftsteuerfrei, Erträge steuerfrei, Vermögensstock-Zuwendung bis 1 Mio € als Sonderausgabe absetzbar. Preis: Das Vermögen ist dem Familienzugriff unwiderruflich entzogen und dem gemeinnützigen Zweck gewidmet.

Hintergrund

Was eine Stiftung ausmacht

Eine Stiftung hat keine Eigentümer und keine Mitglieder – nur einen Zweck, dem ein Vermögen dauerhaft gewidmet ist. Wer stiftet, gibt das Vermögen endgültig aus der Hand: Es dient fortan allein diesem Zweck, meist aus den Erträgen, während der Vermögensstock erhalten bleibt. Genau diese Endgültigkeit ist der Grund, warum eine Stiftung besonders sorgfältig aufgesetzt werden muss – Korrekturen sind später nur eingeschränkt möglich.

Die rechtsfähige Stiftung des bürgerlichen Rechts entsteht durch das Stiftungsgeschäft, in dem der Stifter Zweck und Vermögen festlegt, und die Anerkennung durch die zuständige Landesbehörde nach § 80 BGB. Mit der Stiftungsrechtsreform, die zum 1. Juli 2023 in Kraft trat, wurde das Stiftungsrecht bundeseinheitlich im Bürgerlichen Gesetzbuch geregelt (§§ 80 bis 88 BGB) und löste zuvor uneinheitliche Landesregelungen ab. Ein bundesweites Stiftungsregister mit Publizität ist zudem in Einführung; der genaue Starttermin war zuletzt Gegenstand des Gesetzgebungsverfahrens.

Was du davon hast

Gemeinnützige Stiftung, Familienstiftung und Alternativen

Am bekanntesten ist die gemeinnützige Stiftung, die ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige, mildtätige oder kirchliche Zwecke nach den §§ 51 ff. der Abgabenordnung verfolgt. Sie ist steuerbegünstigt, und Zuwendungen an sie können beim Stifter steuerlich abziehbar sein. Im Gegenzug ist sie an ihren Zweck gebunden und unterliegt der Stiftungsaufsicht. Daneben gibt es die Familienstiftung, die dem Erhalt und der geordneten Weitergabe von Familienvermögen dient – sie ist nicht gemeinnützig und wird steuerlich anders behandelt, unter anderem mit der wiederkehrenden Erbersatzsteuer.

Ein gesetzliches Mindestkapital schreibt das Gesetz nicht vor; entscheidend ist, dass das Vermögen dauerhaft ausreicht, um den Zweck aus den Erträgen zu erfüllen. In der Praxis wird für eine selbstständige Stiftung oft eine Größenordnung im mittleren fünfstelligen Bereich genannt. Wer weniger einsetzen möchte, kann auf eine Treuhandstiftung ausweichen, die von einem Träger verwaltet wird und ohne eigene Anerkennung auskommt. Welche Form passt, hängt von Zweck, Vermögen und Zeithorizont ab.

Umsetzung

Die Verwaltung ordentlich führen

So unterschiedlich die Formen sind – die laufende Arbeit ähnelt sich: Das Stiftungsvermögen muss erhalten und ordentlich angelegt, die Erträge müssen zeitnah und zweckgebunden verwendet, Ausschüttungen dokumentiert und gegenüber Finanzamt und Stiftungsaufsicht nachgewiesen werden. Gerade bei gemeinnützigen Stiftungen ist die zeitnahe Mittelverwendung eine zentrale Pflicht, deren Verletzung die Gemeinnützigkeit gefährden kann. Ordnung in Zahlen und Fristen ist deshalb keine Kür.

PilotOS hilft, diese Verwaltung abzubilden: Vermögen und Erträge werden geführt, Ausschüttungen und zweckgebundene Mittel dokumentiert, Fristen im Kalender gehalten. So bleibt nachvollziehbar, dass die Mittel dem Zweck dienen. Die Gründung selbst, die Satzungsgestaltung und die steuerliche Anerkennung gehören jedoch in fachkundige Hände – dieser Überblick ersetzt weder die stiftungsrechtliche noch die steuerliche Beratung.

In der Praxis

Zustiftung, Spende und laufende Aufsicht

Im Stiftungsalltag werden zwei Zuwendungen oft verwechselt: Eine Spende darf zeitnah für den Zweck verbraucht werden, eine Zustiftung wächst dagegen dem zu erhaltenden Vermögensstock zu. Die Unterscheidung ist nicht bloß begrifflich — sie entscheidet, ob Mittel ausgegeben werden dürfen oder erhalten werden müssen. Wer beides sauber trennt, vermeidet Konflikte mit der zeitnahen Mittelverwendung und mit der Stiftungsaufsicht.

Dazu kommt die laufende Rechenschaft: Gemeinnützige Stiftungen müssen gegenüber Finanzamt und Aufsicht nachweisen, dass die Erträge zweckgebunden verwendet wurden. PilotOS hilft, Vermögen, Zustiftungen, Erträge und Ausschüttungen getrennt zu führen und Fristen zu halten. Die Gründung, die Satzung und die steuerliche Anerkennung selbst gehören jedoch in fachkundige Hände — dieser Überblick dokumentiert die Verwaltung, ersetzt aber keine stiftungsrechtliche Beratung.

Häufige Fragen

Gut zu wissen

Wie entsteht eine rechtsfähige Stiftung?

Durch das Stiftungsgeschäft, in dem Zweck und Vermögen festgelegt werden, und die Anerkennung durch die zuständige Landesbehörde nach § 80 BGB.

Stand 

Was hat die Stiftungsrechtsreform geändert?

Sie hat zum 1. Juli 2023 das Stiftungsrecht bundeseinheitlich im BGB geregelt (§§ 80 bis 88) und damit uneinheitliche Landesregelungen abgelöst. Ein bundesweites Stiftungsregister ist in Einführung.

Stand 

Gibt es ein Mindestkapital?

Ein gesetzliches Mindestkapital gibt es nicht. Das Vermögen muss aber dauerhaft ausreichen, um den Zweck aus den Erträgen zu erfüllen; in der Praxis wird oft ein mittlerer fünfstelliger Betrag genannt.

Stand 

Was ist der Unterschied zur Familienstiftung?

Die gemeinnützige Stiftung verfolgt steuerbegünstigte Zwecke nach den §§ 51 ff. AO. Die Familienstiftung dient dem Erhalt von Familienvermögen, ist nicht gemeinnützig und wird steuerlich anders behandelt.

Stand 

Was ist eine Treuhandstiftung?

Eine unselbstständige Stiftung, die von einem Träger verwaltet wird und ohne eigene behördliche Anerkennung auskommt – oft für kleinere Vermögen geeignet.

Stand 

Ersetzt PilotOS die Gründungsberatung?

Nein. Das Programm hilft, Vermögen, Erträge und Fristen zu führen. Gründung, Satzung und steuerliche Anerkennung gehören in stiftungsrechtliche und steuerliche Beratung.

Stand 

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