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Wie hoch darf mein Geschäftsführergehalt sein?

Antwort: So hoch, wie es ein fremder Dritter in vergleichbarer Lage bekommen würde. Das Gehalt ist Betriebsausgabe der GmbH und wird nur einmal besteuert – beim Geschäftsführer –, während ausgeschütteter Gewinn zuerst mit Körperschaft- und Gewerbesteuer und dann noch einmal mit 25 % Abgeltungsteuer belastet wird. Deshalb ist es die wichtigste Stellschraube. Die Grenze ist die Angemessenheit: Was darüber hinausgeht, behandelt das Finanzamt als verdeckte Gewinnausschüttung – es wird dem Gewinn wieder hinzugerechnet, nachversteuert und verzinst. Stand: 06.09.2026.

Warum das Gehalt so viel ausmacht

Auf ausgeschütteten Gewinn liegen zwei Ebenen: Gewerbesteuer und Körperschaftsteuer samt Solidaritätszuschlag auf Gesellschaftsebene – zusammen je nach Hebesatz rund 30 % –, und darauf noch einmal 25 % Abgeltungsteuer plus Soli beim Gesellschafter. Das Gehalt umgeht die erste Ebene vollständig. Bei mittleren Gewinnen liegt genau darin der gesamte Unterschied zwischen den beiden Rechtsformen.

Woran die Angemessenheit gemessen wird

An einem Fremdvergleich: Was hätte die GmbH einem angestellten Geschäftsführer gezahlt? Herangezogen werden Größe und Ertragskraft des Unternehmens, Branche, Aufgabenumfang, Qualifikation und die Zahl der Mitarbeiter. Die Finanzverwaltung stützt sich dabei auf Gehaltsstrukturuntersuchungen. Eine feste Obergrenze gibt es nicht – wohl aber die Faustregel, dass der Gesellschaft ein angemessener Restgewinn bleiben muss.

Was formal stimmen muss

Ein schriftlicher Anstellungsvertrag, vor dem Zeitraum abgeschlossen, für den er gilt, und tatsächlich durchgeführt – also monatlich gezahlt, nicht am Jahresende in einer Summe. Rückwirkende Vereinbarungen erkennt das Finanzamt bei beherrschenden Gesellschaftern nicht an. Auch Tantieme, Firmenwagen und Pensionszusage gehören in den Vertrag und zählen zur Gesamtaussstattung.

Was passiert, wenn es zu hoch ist

Der unangemessene Teil ist eine verdeckte Gewinnausschüttung: Er wird dem Gewinn der GmbH wieder hinzugerechnet, dort nachversteuert – und beim Gesellschafter zusätzlich wie eine Ausschüttung behandelt. Aus dem vermeintlichen Vorteil wird eine doppelte Belastung mit Nachzahlungszinsen. Das ist einer der häufigsten Befunde bei Betriebsprüfungen von kleinen Kapitalgesellschaften.

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Unterschied pro Jahr
Belastung Einzelunternehmen
Belastung GmbH
privat verfügbar (Einzelunt.)
privat verfügbar (GmbH)
in der GmbH verblieben

 

Gerechnet wird: Einzelunternehmen mit Gewerbesteuer-Freibetrag 24.500 € (§ 11 Abs. 1 Nr. 1 GewStG), Messzahl 3,5 % (§ 11 Abs. 2 GewStG), Einkommensteuertarif 2026 (§ 32a EStG) und Anrechnung des Vierfachen des Gewerbesteuermessbetrags auf die Einkommensteuer (§ 35 Abs. 1 EStG), begrenzt auf die tatsächlich gezahlte Gewerbesteuer. GmbH mit Gewerbesteuer ohne Freibetrag, Körperschaftsteuer 15 % (§ 23 KStG), Solidaritätszuschlag 5,5 % und Abgeltungsteuer 25 % zuzüglich Solidaritätszuschlag auf die Ausschüttung. Nicht berücksichtigt: Sozialversicherung, Vorsorgeaufwendungen, Sonderausgaben, Teileinkünfteverfahren, Thesaurierungsbegünstigung nach § 34a EStG, Gründungs- und laufende Mehrkosten der GmbH. Die Rechnung zeigt die steuerliche Richtung, nicht die vollständige Entscheidung.

Alle hier verwendeten Rechtswerte mit Gültigkeit, Norm und Prüfdatum stehen offen im Register – Stand der Rechtswerte.

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Was noch dazugehört

Weitere Fragen dazu

Gibt es eine feste Obergrenze?

Nein. Die Angemessenheit wird im Einzelfall geprüft: Größe und Ertragskraft der Gesellschaft, Branche, Aufgabenumfang, Qualifikation, Mitarbeiterzahl. Die Finanzverwaltung nutzt dafür Gehaltsstrukturuntersuchungen. Als Orientierung gilt, dass der Gesellschaft ein angemessener Restgewinn bleiben muss — ein Gehalt, das den gesamten Gewinn aufzehrt, ist angreifbar.

Stand 

Kann ich das Gehalt rückwirkend erhöhen?

Bei einem beherrschenden Gesellschafter-Geschäftsführer nicht. Vereinbarungen müssen im Voraus, klar und zivilrechtlich wirksam getroffen und dann auch tatsächlich durchgeführt werden. Eine rückwirkende Erhöhung wird als verdeckte Gewinnausschüttung behandelt.

Stand 

Zählen Tantieme und Firmenwagen mit?

Ja, zur Gesamtausstattung gehören Festgehalt, Tantieme, Firmenwagen, Pensionszusage und sonstige Vorteile. Die Angemessenheit wird an der Summe gemessen, nicht am Festgehalt allein. Bei der Tantieme gilt zusätzlich, dass sie in einem angemessenen Verhältnis zum Festgehalt stehen muss.

Stand 

Bin ich als Geschäftsführer sozialversicherungspflichtig?

Ein beherrschender Gesellschafter-Geschäftsführer — in der Regel ab 50 % der Anteile oder mit Sperrminorität — ist regelmäßig sozialversicherungsfrei. Darunter kommt es auf die tatsächliche Weisungsfreiheit an; im Zweifel klärt das ein Statusfeststellungsverfahren bei der Deutschen Rentenversicherung. Das ist eine Frage, die man vorher stellt und nicht nachher.

Stand 

Was ist besser: Gehalt oder Ausschüttung?

Steuerlich fast immer das Gehalt, weil es die Gesellschaftsebene ganz umgeht. Die Grenze ist die Angemessenheit. Wer darüber hinaus Geld entnehmen will, schüttet aus — oder lässt es im Unternehmen, wenn es dort ohnehin gebraucht wird. Der Rechner zeigt beide Wege nebeneinander.

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